Der Tod ist eines der wenigen Tabuthemen, die es in der westlichen Welt heute gibt. Doch betrifft es ausnahmslos jeden Menschen auf diesem Planeten. Die Idee der Urne aus Eis greift die Tatsache auf, dass der menschliche Körper zum größten Teil aus Wasser besteht. Die Semitransparenz der Urne drückt eine Offenheit gegenüber dem Sterben aus. Der Tod wird akzeptiert und nicht tabuisiert. Trauer soll im Alltag Platz finden. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont. Während der Trauerrituale bewahrt die Urne die Asche des Verstorbenen auf. Anschließend beginnt sie, sich langsam aufzulösen. Das Eis schmilzt und wird erneut zu Wasser. Die Überreste des Verstorbenen werden im Erdreich oder im Meer freigesetzt. Symbolisch für den Übergang vom Leben in den Tod steht der Übergang der Urne von einem Aggregatzustand in den anderen.

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Ausgang

Immer enger, leise, leise
Ziehen sich die Lebenskreise,
Schwindet hin, was prahlt und prunkt,
Schwindet Hoffen, Hassen, Lieben,
Und ist nichts in Sicht geblieben,
Als der letzte dunkle Punkt.

Theodor Fontane